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Trajal Harrell

04.03–03.04.2022

Pressestimmen zum neuen Stück Deathbed von Trajal Harrell:

«Harrell hat diese Erfahrung und diese Gefühle in ein ernstes, wirklich bedeutungsvolles Stück gegossen. Zu erleben, wie diese Energie der Vergangenheitsverarbeitung, der Reflexion in Bewegung, in ritualhaften Tänzen und Handlungen sich im Raum ausbreitet, ist zutiefst berührend und unglaublich schön» schreibt Wiebke Hüster in der Frankfurter Allgemeine Zeitung.

«Deathbed ist ein Stück über Sterben, Trauern, Erinnern, Loslassen – und gerade in der rigorosen Abstraktion so berührend» ist das Fazit von Lilo Weber in der Neue Zürcher Zeitung.

«Sie werden hineingezogen in einen tänzerischen Fluss, in einen performativen Fluss, in dem ständig neue Schritte, neue Bewegungen, Drehungen, Kostüme, neue Rituale, Handlungen vollführt werden, vorgeführt werden und es ist so faszinierend...»: Wiebke Hüster für Deutschlandfunk.

Die Kunsthalle Zürich zeigt in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus Zürich drei Projekte des einflussreichen amerikanischen Tänzers und Choreographen Trajal Harrell: Dancer of the Year (2018), Deathbed (2022) und Dancer of The Year Shop #4 (2022).

Die Tickets für alle Vorstellungen können ausschliesslich über das Schauspielhaus gebucht werden.

Vom 4. März bis 3. April 2022 ist Trajal Harrell zu Gast in der Kunsthalle Zürich. Er zeigt die Ausstellung Dancer of The Year Shop #4 sowie die Tanzstücke Dancer of the Year von 2018 und Deathbed (Welturaufführung). Die Kunsthalle Zürich wird für einen Monat zum Tanzhaus, zum Theater und zur performativen Ausstellung. Wie für The Playground Project (2016), Rob Pruitt. The Church (2017) oder Georgischer Modernismus (2018) nimmt sie einmal mehr einen Rollenwechsel vor, um ihre Funktion zu testen und andere, dringende, experimentelle Inhalte zugänglich zu machen. Trajal Harrell zählt heute zu den meist diskutierten Choreographen und Tänzern, weil er hochaktuelle Themen mit verschiedenen Schulen des Tanzes verbindet (Postmodern Dance, Butoh, Voguing). Damit elektrifiziert er nicht nur die Besucher*innen, sondern löst auch wichtige Diskussionen und Gedanken aus, die lange nachklingen.

«Was wäre passiert, wenn 1963 jemand von der Voguing Ballroom Szene in Harlem nach Downtown gefahren wäre, um dort zusammen mit den frühen postmodernen Tänzerinnen und Tänzern der Judson Church zu performen?» (Trajal Harrell)

Trajal Harrell wurde mit Twenty Looks or Paris is Burning at The Judson Church bekannt. In dieser Serie von Performances stellte er die Tradition des Voguings neben den stilbildenden postmodernen Tanz, wie ihn das Judson Dance Theater zur gleichen Zeit im Greenwich Village entwickelt hatte. In seinen Aufführungen spekuliert Harrell immer wieder mit der Frage von «Was wäre, wenn…?». Dies erlaubt ihm, Geschichte und Tradition des Tanzes neu zu denken und umzudeuten. Er gehört heute zu den einflussreichsten Tänzer*innen und Choreograph*innen seiner Generation.

Dancer of the Year (2018)
Ausgangspunkt von Dancer of the Year ist Harrells Auszeichnung zum «Tänzer des Jahres» 2018 durch die deutsche Zeitschrift Tanz. Die Performance besteht aus einem Tanzsolo, in welchem Harrell Repräsentation, Ehrung und Selbstdarstellung hinterfragt. In welchem Verhältnis stehen diese zum Tanz allgemein und im Speziellen zu ihm persönlich? Dancer of the Year ist eine Selbstbefragung und öffnet gleichzeitig einen Raum für eine alternative Tanzgeschichte.

Dancer of The Year Shop #4 (2022)
In Dancer of The Year Shop #4 verkauft Harrell Gegenstände aus seinem persönlichen Besitz und dem seiner Familie. Mit diesen Objekten stellt er die Frage nach Herkunft, Erinnerung und Erbe in den Raum, nach Wert, Verkäuflichkeit und Kunst, aber auch – als performative Schau – nach Tanz, Theater und Ausstellung. Dancer of The Year Shop #4 ist Teil von Harrells Ausstellung in der Kunsthalle Zürich und ist zu den gewohnten Öffnungszeiten zugänglich und ist von 14-17.30 Uhr aktiviert.

Deathbed (2022)
Deathbed ist Teil der Porca Miseria Trilogie, beauftragt vom Manchester International Festival, Schauspielhaus Zürich, Onassis Stegi, Kampnagel Hamburg, Holland Festival, Barbican, Dance Umbrella, NYU Skirball, Berliner Festspiele & The Arts Center at NYU Abu Dhabi. Seine gross angelegte Trilogie Porca Miseria bringt drei Frauen der Literatur- und Zeitgeschichte zusammen, die alle verachtet und angegriffen wurden, jedoch in einer eigenwilligen Mischung aus Stolz und Kampfgeist den heftigen Angriffen Paroli boten. Es sind dies Medea, die Ausgestossene und Mörderin der eigenen Kinder, Maggie, die unnahbare und explosive Protagonistin aus Tennessee Williams’ Katze auf dem heissen Blechdach, sowie die bahnbrechende Choreografin Katherine Dunham. Hier vereint Harrell die für den japanischen Ausdruckstanz Butoh charakteristische ästhetische Beziehung zu Tod und Ritual mit seiner Erinnerung an die afroamerikanische Tänzerin. Dunham war bekannt dafür, auf der Bühne einen Raum für afrikanische und karibische Tanztraditionen und Rituale zu schaffen und bereiste in den 1940er und 50er Jahren mit ihrer eigenen Tanzkompanie die Welt. Sie war aber auch Aktivistin, die gegen die Abschiebung haitianischer Geflüchtete aus den USA in einen Hungerstreik trat und in ihrem eigenen Land für Gleichberechtigung kämpfte.

Trajal Harrell und Daniel Baumann im Gespräch anlässlich der Engadin Art Talks 2020:

Trajal Harrells Arbeit wurde an zahlreichen Theatern und Festivals gezeigt, u.a. in The Kitchen (New York), Walker Arts Center (Minneapolis), Festival d’Automne (Paris), Festival d’Avignon und am Panorama Festival (Rio de Janeiro). Seine Performances wurden auch in anderen Kontexten aufgeführt, so u.a. im MoMA und MoMA PS1 (New York), an der Performa Biennial in der Fondation Cartier (Paris), im The New Museum (New York), im Stedelijk Museum (Amsterdam), im Serralves Museum (Porto), im The Barbican Centre (London), im Centre Pompidou Metz (Paris) und im ICA Boston.

Presseinformationen

Für Bildanfragen, Informationen zum Ausstellungsprogramm und Interviews kontaktieren Sie bitte Aoife Rosenmeyer: presse [​at​] kunsthallezurich.ch oder +41 (0)44 272 15 15
Agenda
März
Fr 04.03.
20:00

Premiere: Deathbed

Sa 05.03.
20:00

Deathbed

So 06.03.
20:00

Deathbed

Do 10.03.
20:00

Dancer of the Year

Fr 11.03.
20:00

Deathbed

Sa 12.03.
20:00

Deathbed

So 13.03.
20:00

Deathbed

Mi 16.03.
19:00

Dancer of the Year

Do 17.03.
20:00

Deathbed

Fr 18.03.
20:00

Deathbed

Sa 19.03.
20:00

Deathbed

Di 22.03.
20:00

Dancer of the Year

Mi 23.03.
20:00

Deathbed

Do 24.03.
20:00

Deathbed

Fr 25.03.
20:00

Deathbed

Sa 26.03.
20:00

Dancer of the Year

Do 31.03.
20:00

Dancer of the Year