Die Kunsthalle Zürich im Museum Bärengasse
|
28.1.–9.4.12
|
 |
Eröffnung: Freitag, 27. Januar 2012
Yüksel Arslan «Artures»
Der türkische Künstler Yüksel Arslan (geboren 1933, lebt und arbeitet in Paris) blieb bis vor kurzem einem breiteren Publikum unbekannt. 1962 verliess der damals in Istanbul lebende Arslan seine Heimat und liess sich in Paris nieder, wo er in seiner Wohnung ein bildnerisches Werk in und aus der Rezeption kultureller, soziologischer, philosophischer und künstlerischer Schriften generiert. Mit der Ausstellung in der Kunsthalle Zürich wird erstmals eine Werkauswahl von über 200 Papierarbeiten seit 1959 ausserhalb der Türkei präsentiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den sogenannten Artures, Malereien auf Papier, die in einer einzigartigen Technik mit speziellen Farben angefertigt sind und sich thematisch mit dem Verhältnis von Denken und Mystik, von Mythos, Wissenschaft, Musik, Literatur und bildender Kunst auseinandersetzen.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit von Beatrix Ruf und Oliver Zybok und wird im Anschluss in der Kunsthalle Düsseldorf (April bis Juni 2012) zu sehen sein.
HUMAN VALLEY – The other side of contemporary history
Spring: «Microclima Zurich Tropical»
Experimento improvisacional von Pablo León de la Barra
HUMAN VALLEY ist ein einjähriges Projekt von Dominique Gonzalez-Foerster und Tristan Bera |
21.4.–17.6.12
|
 |
Eröffnung: Freitag, 20. April 2012
Olivier Mosset
Mit einem speziell für die Räume des Museum Bärengasse entwickelten Projekt des Schweizer Künstlers Olivier Mosset (geb. 1944 in Bern) beendet die Kunsthalle Zürich ihre temporäre Ausstellungstätigkeit im Museum Bärengasse. Der seit 1977 in den USA lebende Künstler verliess 1962 die Schweiz und liess sich in Paris nieder, wo er den Einzug des Konzeptuellen und Radikalen in die europäische Malerei mitprägte. Malerei sollte nicht mehr nur Ausdruck, sondern eine Haltung, ein Zeichen und nicht zuletzt eine gesellschaftliche Position sein. In der Folge näherte sich Mosset mit rund 200 Kreisgemälden – sie entstanden zwischen 1966 und 1974 und sind seine Version des Nullpunktes in der Malerei – und ab 1976 mit seinen Untersuchungen zu den Bezügen zwischen den Farben schrittweise dem monochromen und geometrischen Bild. Es sind riesige Flächen, einfachste Formen, klare Farben und Wiederholungen, die Mossets radikale Malerei ausmachen. Sie ist stets Intervention und Instrument im Raum und seine Werke sind Wandgestaltungen, die die Räume verändern indem neue Massstäbe durch Farbflächen gesetzt werden. |
Die Kunsthalle Zürich im Löwenbräu-Areal / Kunsthalle Zürich at the Löwenbräu complex
August 2012: Wiedereröffnung im umgebauten und erweiterten Löwenbräu-Areal
|
1.9.–4.11.12
|
 |
Eröffnung: Freitag, 31. August 2012
Wolfgang Tillmans
Die erste Ausstellung in den neuen und renovierten Räumlichkeiten der Kunsthalle Zürich im Löwenbräu-Areal widmet sich dem Wiedersehen mit einem Künstler, der 1995 seine erste institutionelle Ausstellung überhaupt in der Kunsthalle Zürich präsentierte und mit dieser eine internationale Karriere startete. Der mit Fotografie und Video arbeitende Künstler ist einer der wichtigsten Vertreter der Kunst der 1990er Jahre und hat mit seinen Fotografien Ikonen einer Generation geschaffen. Sein Werk kreist um das Leben und die Anliegen seiner Generation und umfasst Porträts von Freunden und Menschen aus der Londoner und internationalen Club-, Mode und Schwulenszene ebenso wie er einen engagierten und persönlichen Blick auf das soziale wie politische Weltgeschehen dieser Generation zulässt. In der Eröffnungsausstellung im neuen Löwenbräu präsentiert Wolfgang Tillmans (geboren 1968 in Remscheid, lebt und arbeitet in London und Berlin) nun eine grossangelegte Schau, die dem ungesehenen Werk und dem Experiment mit neuesten Arbeiten und experimentellen Präsentationsformen Raum gibt.
Helen Marten
Die zweite Eröffnungsausstellung der Kunsthalle Zürich im neuen Löwenbräu-Areal präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung der britischen Künstlerin Helen Marten (geboren 1985 in Macclesfield, England, lebt und arbeitet in London). Sie gehört zu einer Generation von Künstlerinnen und Künstlern, für die das Internet nicht mehr nur mediales Gegenüber, sondern ein der physischen Realität ebenbürtiges Lebensumfeld ist. Sie benutzt für ihre Arbeiten, die dem realen Physischen und der Handwerklichkeit eine zentrale Bedeutung zumessen, Alltagsmaterialien aus dem „Warenhaus“ der Gegenwart – so. z.B. Metall, Pressspanholz, Türgriffe, Wasserflaschen, Lehm oder Handys –, die sie dann in ihrem Werk spielerisch zur Neuerfindung einer Syntax des Realen einsetzt. In ihren Installationen, Videos, Skulpturen und Objekten hantiert die Künstlerin selbstsicher mit Realitätscodes, Sprachen, ikonischen Bildern und Symbolen und referiert leichtfüssig auf die Kunstgeschichte, die Architektur, auf Design, die Populärkultur und die digitalen Erscheinungen. Sie entwickelt auf diese Weise ein Vokabular, mit dem sie auf humoristische Weise das Referenzsystem der Kunst und gleichzeitig die alles verändernde Codierungen des Visuellen umschreibt.
|
17.11.12–20.1.13
|
 |
Eröffnung: Freitag, 16. November 2012
Sturtevant «Image over Image»
Seit ihrem Debüt in New York 1965 insistiert Sturtevant auf der Macht des Denkens und betreibt Recherchen über den Unterbau der Kunst. Ihre legendären Wiederholungen der Arbeit anderer Künstler stellen eine Pionierleistung dar, weil sie Begriffe wie Originalität, Authentizität und bestehende Konventionen rund um die Urheberschaft hinterfragen. Tatsächlich fielen Sturtevants erste künstlerische Äusserungen genau in die Zeit, als Barthes, Foucault und Deleuze ihre bedeutendsten Essays und Vorlesungen zur selben Thematik veröffentlichten.
In den letzten Jahren hat Sturtevant ihre Praxis erweitert, indem sie Bilder aus den Massenmedien und eigenes Filmmaterial miteinbezog. Das wirft ein neues Licht auf ihre künstlerische Laufbahn und unterstreicht, dass sie mit ihrer Kunst ein Leben lang, kontinuierlich und effektiv, eine pointierte, harsche, rebellische und intelligente Kritik an einer Gesellschaft übte, die in zunehmendem Mass auf Simulakren und der Erlebnisindustrie beruht. An der letzten Biennale in Venedig erhielt Sturtevant einen Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.
Die Ausstellung umfasst umfangreiche Werkgruppen und reicht von Sturtevants Wiederholungen von Werken eines Warhol, Duchamp, Johns und Gonzalez-Torres bis zu drei ihrer neusten grossen Videoinstallationen.
Die Ausstellung ist ein Projekt des Moderna Museet Stockholm (17. März 2012 – 27. Mai 2012) in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Zürich. Kuratoren sind Fredrik Liew und Beatrix Ruf.
|